Blog

Line separator

Die Wahrheit über den Liebeskummer nach einer schmerzlichen Trennung


Verursacht tatsächlich die LIEBE den KUMMER oder steckt etwas ganz anders dahinter?


Jeder kennt das schmerzliche Phänomen des Liebeskummers. Liebeskummer gehört zur Liebe dazu – aber ist das wirklich so? Gerne geben wir unserem Partner bei akutem Liebeskummer die Schuld, sind verzweifelt, unternehmen alles um ihn wieder für uns zu gewinnen, wenn wir verlassen wurden oder aber sind wir sind wütend und entwickeln Hassgefühle gegen unseren Partner.

Wir fühlen uns als Opfer und ungerecht behandelt.


Liebeskummer – Kummer, den uns die Liebe bringt?

Das glauben wir zunächst, aber richtig ist, dass uns die Liebe niemals Kummer bringt.

Ich kann jeden Menschen lieben, den ich möchte. Niemand kann mir das verbieten und mich daran hindern. Aus der Liebe an sich entsteht also nicht der Kummer, sondern die Ursache für unseren Liebeskummer können wir nur in uns selbst finden.

Mir reicht es ja nicht, nur diesen Menschen zu lieben, um der Liebe Willen, sondern ich möchte ihn haben. Ich male mir eine wundervolle Beziehung mit ihm aus, träume von einer erfüllten Partnerschaft… Und manchmal beginnt der Liebeskummer erst damit, dass ich diesen Menschen auch tatsächlich bekomme.


Warum?

In der Verliebtheitsphase haben wir die rosa rote Brille auf und unsere Hormone bestimmen einen großen Teil unserer Gefühle und auch unseres Handelns.

Ich hoffe, bewusst oder unbewusst, dass dieser Mensch genau so ist, wie ich es mir wünsche, d.h. ich erhoffe mir die Erfüllung meiner tiefsten Bedürfnisse.

Die eigenen Bedürfnisse spielen in jeder Liebesbeziehung eine enorm große Rolle, auch wenn das den meisten gar nicht bewusst ist.

Wenn wir merken, dass der Partner nicht so ist, wie wir es uns erhofft haben, also z.B. nicht so liebevoll, hilfsbereit, emphatisch, sind wir enttäuscht, weil wir nicht das bekommen, was wir uns so wünschen. Und hier fängt der Liebeskummer an, der aber gar nichts mit der Liebe zu tun hat, sondern ganz alleine mit uns und mit unseren Erwartungen, mit unserer Enttäuschung.

Ich erinnere mich an einen Fall aus meiner Praxis, in dem eine Frau mittleren Alters unter großem Liebeskummer litt, obwohl die Trennung von ihr ausgegangen war. Sie hatte nach relativ kurzer Zeit einen Mann geheiratet mit dem Sie bis dahin nur eine Fernbeziehung führte. Sie glaubte, endlich ihren „Fels in der Brandung“ gefunden zu haben, der stark war, ihr Geborgenheit, Verständnis und Liebe geben konnte, ihr Beschützer.

Optisch strahlte dieser Mann all das auch aus. Er war sehr groß, sportlich und attraktiv. Außerdem erfuhr sie durch ihn eine enorme Wertschätzung und Anerkennung, wie sie es vorher in noch keiner Beziehung erlebt hatte, die in seinem Heiratsantrag gipfelte. Die Hochzeit beschrieb sie mir als den schönsten Tag in ihrem bisherigen Leben.

Kurze Zeit nach der Eheschließung zog er bei ihr ein und die Katastrophe begann.

Dieser Mann entpuppte sich nach ihren Schilderungen als ein großes, unselbständiges, oft bockiges Kind, der für nichts Verantwortung übernahm, alles ihr überließ und so in keiner Weise ihre Bedürfnisse erfüllte. Sie fühlte sich in der Beziehung eher in der Mutterrolle als in der einer Partnerin auf Augenhöhe.

Die Enttäuschung war riesig und sie litt schon während der Ehe nach kurzer Zeit an Liebeskummer.

Im Coaching konnten wir herausarbeiten, warum das so war.

Oft spielen unsere Kindheitsmuster eine enorme Rolle, die uns unbewusst geprägt haben.

Sie werden dann zu Lebensthemen, d.h. in bestimmten Situationen übernimmt unser inneres Kind das Ruder und wir versuchen, das zu bekommen, was uns als Kind so gefehlt hat bzw. wir versuchen die Wunden aus unserer Kindheit zu heilen.

Leider geht das oft schief. So auch bei Frau A., die in ihrer Kindheit das Gefühl, bedingungslos geliebt zu werden, nie erlebt hatte, dafür aber physische und psychische Gewalt erfahren musste.

Nach dem Gesetz der Resonanz hat sie genau das Kind in Form dieses optisch starken und großen Mannes angezogen, was auch in ihr sich als kleines Mädchen so Liebe und Geborgenheit wünschte.

Im Coaching half es ihr sehr zu erkennen, was ihren tiefen Liebeskummer eigentlich ausgelöst hatte, es war nämlich nicht der Verlust dieses Mannes, sondern es war das Erkennen, die Enttäuschung und die Aufgabe all der Hoffnung, die sie hatte, endlich den Menschen gefunden zu haben, der ihre ureigensten Bedürfnisse erfüllen würde.


Wenn wir jemanden nicht loslassen können, dann auch deshalb, weil wir uns nicht von der Illusion über diesen Menschen verabschieden wollen, weil wir glauben, dass unsere Bedürfnisse nur mit diesem Menschen erfüllt werden können und wir in diesem Moment sicher sind, dass sie ohne diesen Menschen unerfüllt bleiben.

Es ist der Glaube, den anderen zu brauchen, weil in unserer Vorstellung nur er derjenige ist, der unsere Bedürfnisse erfüllen kann. Das schafft Abhängigkeit und auch große Angst, den anderen loszulassen oder verlassen zu werden. Die Folge dieses Nichtloslassens sind großer Schmerz und Leid, also tiefer Liebeskummer.

Diese Angst setzt oft enorme Kräfte in uns frei, wenn wir nicht bereit sind, unsere Illusion aufzugeben, sondern weiter um diesen Menschen zu kämpfen, um ihn zurück zu bekommen.

Die Vorstellung allein zu sein, löst bei vielen Menschen in unserem Reptiliengehirn Panik aus, früher in Urzeiten, hatte Ausgestoßen sein, also alleine zu sein, häufig den Tod des Betroffenen zur Folge.


Machen Sie sich immer bewusst, Allein zu sein, heißt nicht einsam zu sein.


Was wir in der Realität aber auf keinen Fall verlieren wollen, ist die Erfüllung unserer Bedürfnisse, die wir ganz eng mit einer bestimmten Person verbinden, es ist aber nicht der Partner an sich. Das müssen wir uns bewusst machen.


Liebeskummer hat neben all den Schmerzen, die er verursacht, aber auch etwas durchaus Positives:

Er ist eine Begegnung mit uns selbst. Wir lernen uns selbst immer besser kennen und auch den Grad unserer Selbstliebe. Wenn dein Herz leer ist und du gehofft hast, dein Partner würde es füllen, wirst du besonders unter der Trennung leiden und du darfst lernen, erst einmal gut für dich selbst zu sorgen und vielleicht mit dir alleine glücklich zu sein.

Die Erwartungen, die wir an die Liebe haben, unsere Vorstellungen, wie eine erfüllte Beziehung aussehen soll, spielt auch eine große Rolle dabei, wie wir das Scheitern einer Beziehung erleben und bewerten.


Bin ich eher noch das kleine Mädchen, was den Beschützer sucht, bin ich die erwachsene Frau, die einen Partner auf Augenhöhe will und ansonsten selbständig leben möchte oder bin ich so gerne in der Mutterrolle, dass ich mir eher einen Partner suche, der nicht erwachsen werden will?


Bin ich ein Mann, dem die Optik einer Frau ganz wichtig ist, weil eine schöne Frau meinem Ego gut tut? Oder brauche ich eine Frau, aber auch einen Mutterersatz, weil ich Selbständigkeit nie wirklich gelernt habe? Ist es mir als Mann wichtig eine mir intellektuell ebenbürtige Partnerin zu haben, mit der ich mich austauschen kann und die meine Interessen teilt? Hinter all dem stecken Bedürfnisse und all das beeinflusst auch, wie ich in bestimmten kritischen partnerschaftlichen Situationen reagiere:

Eher schmollend, trotzig, weinend, zickig, wütend also aus dem Kind-Ich heraus oder agiere ich aus dem Erwachsenen-Ich, eher emphatisch, überlegt, lösungsorientiert und selbst reflektiert?

Auch davon hängt es ab, wie ich Liebeskummer empfinde.


Im Liebeskummer trauern wir, einmal um die vergangenen schönen Stunden, ja wir sehen in diesem Trennungsschmerz nur die schönen Stunden, die hässlichen Streit - und Konfliktsituationen werden ausgeblendet.


Aber die Vergangenheit ist vergangen, Dale Carnegie schreibt in einem seiner Bücher.

" Gesägtes Sägemehl lässt sich nicht noch einmal sägen.“

So ist es mit unserer Vergangenheit, wir können sie nicht ändern und sie kommt auch nicht zurück. Das Einzige, was möglich ist, die vergangenen schönen Stunden in liebevoller Erinnerung zu behalten.

Im Liebeskummer trauern wir aber auch um die Zukunft, die wir uns mit unserem Partner erhofft hatten und die nun wegbricht. Dabei malen wir uns die verlorene Zukunft in den schönsten Farben aus. So ist der Schmerz natürlich noch größer über das, was wir glauben, nun verloren zu haben.

Dabei vergessen wir ganz die Frage, woher wir denn eigentlich wissen wollen, dass wir eine zukünftig glückliche erfüllte Beziehung gehabt hätten?

Stellen Sie sich doch an dieser Stelle einmal genau das Gegenteil vor. Eine Zukunft, die durch noch mehr Streit und Lieblosigkeiten geprägt ist, als Sie es vielleicht schon an so manchen Tagen in Ihrer Beziehung erlebt haben. Vielleicht hätte ihr Partner sie irgendwann sogar betrogen?

Wie wirkt sich diese Vorstellung auf ihren Liebeskummer aus?

Keiner kann in die Zukunft schauen und deshalb weiß niemand, wie sie gewesen wäre. Deshalb trauern Sie nicht um die verlorene Zukunft.


Leben Sie in der Gegenwart, im Hier und Jetzt. Und auch, wenn es schwerfällt, kümmern Sie sich um ihre einzelnen inneren Anteile. Sie sind nicht ihr Liebeskummer, sondern welcher Teil in Ihnen trauert besonders, welcher Teil ist heute wütend, welcher Teil vielleicht schon etwas zuversichtlicher als gestern? Nehmen Sie die unterschiedlichen Gefühle, die Sie spüren wahr, alle haben ihre Existenzberechtigung und möchten gewürdigt werden.


Liebeskummer enthält auch ein Geschenk für uns, wenn man bereit bist, es auszupacken und anzuschauen, kann dieser Schmerz Ihnen ganz viel über Sie erzählen und Sie in Ihrer Entwicklung enorm voran bringen. So wird eine erfüllte glückliche Liebesbeziehung erst möglich, weil Sie so den Menschen anziehen werden, der wirklich zu Ihnen passt.

( Gesetz der Resonanz )

0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen