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Haben Sie Standards in Ihrer Beziehung gesetzt?


Und wenn nicht, warum Sie es unbedingt tun sollten...


Was sind Standards in einer Beziehung?


Jeder sollte sich darüber Gedanken machen, was man in einer Beziehung vom anderen erwartet. Die Standards sind sozusagen das Fundament, die Basis, auf die Sie Ihre Beziehung stellen wollen. Standards haben mit gegenseitigem Respekt und Achtung zu tun, aber auch mit gemeinsamen Werten.

Sie haben aber auch damit zu tun, dem anderen Grenzen zu setzen, wenn er sich schlecht verhält, Sie sich verletzt fühlen oder er sich über griffig oder respektlos zeigt. Die Einhaltung von Standards setzt voraus, dass ich natürlich welche habe. Sehr oft erlebe ich, dass eben keine Standards gesetzt wurden und immer wieder Verhalten des Partners toleriert und akzeptiert wird, was als verletzend empfunden wird.

Ich habe selber lange Zeit keine Standards gehabt.


Am Anfang meiner Beziehungen war ich immer so begeistert und verliebt in den Partner, dass ich mir immer eingebildet habe, das dass gar nicht nötig ist. Ich war der Meinung, wir haben die gleichen Werte, die gleichen Ansichten, und er würde letztendlich genau so denken wie ich.


Das ist natürlich eine Illusion und jeder weiß, dass man irgend wann in jeder Beziehung an den Punkt kommt, wo diese Unterschiede dann doch schmerzlich deutlich werden. Ich kenne das auch von mir, dass man gerade in der Verliebtheitsphase dem anderen nicht zu nahe treten, möchte möglichst das positive Bild von sich aufrecht erhalten, nicht kleinlich oder engstirnig wirken.


Deshalb schluckt man manches runter, toleriert das, obwohl man schon das Gefühl hat, das eigenen Grenzen überschritten wurden und man so manches Mal einen kleinen Stich spürt.

Hier einige Beispiele aus der Praxis:


Eine Klientin empfand es als anmaßend, dass ihr Partner bei der Anwesenheit seiner Eltern ihr immer über den Mund fuhr und sie behandelte wie ein kleines Kind.

Frank berichtete mir davon, dass seine Freundin kurz nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes fast jeden Abend mit Freunden unterwegs war und ihm das kleine Baby überließ.

Petra war auch nach drei Jahren heimliche Beziehung immer noch das dritte Rad am Wagen, weil der verheiratete Mann sich trotz mehrfachen Versprechens nicht trennte und so saß sie an allen Feiertagen immer allein zu Hause und war tief verletzt.

Maren wurde als mehrjährige Lebensgefährten nicht mit zur runden Geburtstagsparty des Sohnes ihres Lebensgefährten eingeladen, ihr Partner fuhr alleine zu dieser Feier und ließ sie zu Hause zurück. Sie schluckte das und tat so, als wenn ihr das nichts ausmachen würde, im Inneren hatte es sie tief verletzt.

Dabei war es weniger die Tatsache, dass sie nicht eingeladen worden war, sondern, dass ihr Mann, wie sie sagte, sie so im Stich gelassen hatte und sich nicht für sie einsetzte.


Annas Partner sagte ihr kurz vor Beginn des Weihnachtsfestes, dass er Weihnachten dieses Jahr alleine verbringen möchte. Er benötige einfach mal Zeit für sich. Für Anna brach eine Welt zusammen. Weihnachten war für sie das Fest der Liebe und das sollte sie nun ohne ihren geliebten Partner verbringen, für sie unvorstellbar.

All diese Beispiele führten in diesen Beziehungen zu Verletzungen und Krisen.


Dabei wäre das mit entsprechenden Standards zu vermeiden gewesen.

Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie sich vor dem Beginn einer Beziehung Ihre Standards setzen und ganz genau überlegen, wo ziehe ich meine Grenzen, was kann ich akzeptieren und was nicht.

Natürlich müssen Sie Ihre Standards dann auch kommunizieren, denn der Partner muss sie kennen, um sie einhalten zu können. Und das sollte möglichst am Anfang der Beziehung geschehen, denn Sie wissen selber, haben sich erst bestimmte Dinge eingeschlichen, ist es schwer, sie wieder zu ändern.

Seien Sie an dieser Stelle mutig und haben Sie keine Angst vor Ablehnung. Besonders am Anfang einer Beziehung möchte man sich natürlich nur von der besten Seite zeigen. Aber Ihr Partner wird Sie deshalb nicht weniger lieben, das Gegenteil wird der Fall sein, Ihr Partner wird Sie als Menschen wahrnehmen, der klar ist und weiß was er will und das erhöht ihre Attraktivität.

Wie sieht es nun mit Ihren Standards aus?


Hand aufs Herz: Haben Sie sich bereits Standards gesetzt? Wenn nicht, hier mein Tipp:


  • Nehmen Sie sich eine gute Stunde Zeit und notieren Sie all das, was Ihnen zu Ihren Standards einfällt.

  • Auf welches Fundament wollen Sie Ihre Beziehung stellen?

  • Was ist Ihnen wirklich wichtig?

  • Wo setzen Sie klar Ihre Grenzen?

  • Was ist verhandelbar, wenn der Partner eine andere Auffassung dazu hat?


Für mich ist zum Beispiel Treue in einer Beziehung nicht verhandelbar. Ich erwarte einen Exklusiv Status bei meinem Partner, sowie natürlich auch ich ihm das zu sichere.

Verhandelbar wäre für mich zum Beispiel, dass ich mal mit ins Stadion zum Fußballspiel gehe, obwohl ich null Interesse an Fußball habe, aber ich würde es aus Liebe zu meinem Partner tun.

Ich bin davon überzeugt, dass Sie eine Menge Standards finden, die Sie gerne als Grundpfeiler in Ihrer Beziehung setzen würden.

Und glauben Sie mir, der Austausch mit Ihrem Partner darüber kann sehr interessant, tiefgründig und für Ihre glückliche liebevolle Beziehung förderlich sein.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.

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